Geschichte und Hintergrund

Historie der Galloway-Rinder

Schon 200 Jahre vor Christi Geburt beschreibt der römische Dichter Livius das erste Galloway-Rind. Sie waren die einzigen Lebewesen, die den Hadrianswall, der das römische Britannien vor den schottischen Stämmen schützte, passieren durften.

Das Galloway stammt ursprünglich aus dem Südwesten Schottlands, aus einer Region mit rauem, windigem und nassem Klima. Ein wesentliches Merkmal der Galloways ist ihr doppelschichtiges Fell mit langem, gewelltem Deckhaar und feinem, dichtem Unterhaar. Dies und ihre vergleichsweise dicke Haut sowie der angepasste sparsame Stoffwechsel machen die Galloways besonders widerstandsfähig. Deshalb können sie ohne Probleme auch harte Winter im Freien überstehen.

Auf den britischen Inseln gab es zur damaligen Zeit zwei Urformen der heutigen Rinderrassen: die hornlose (Vorfahren der heutigen Galloways), die andere hatte kurze Hörner (später Highland-, Devon- und Herefordrinder).

Schottische Herdbücher wurden seit dem Mittelalter geführt, wurden 1851 allerdings durch einen Brand vernichtet. 1878 wurde die Galloway Cattle Society in Castle Douglas gegründet, die sich ausschließlich mit einfarbigen Tieren beschäftigte. Erst 1921 folgte die Belted Galloway Cattle Society, die von nun an auch Riggets (weiße Rückenschecke und weitere unpigmentierte Bereiche an den Hinterbeinen und am Kopf) und White Galloways (weiß, im Idealfall nur Ohren, Schnauze, Füße und Augen pigmentiert) registrierte.

Galloways in Deutschland

In Deutschland wurden 1973 erstmalig größere Tierzahlen importiert,  Anfang der 80er Jahre setzte ein wahrer Boom in der Gallowayhaltung ein. Seit 2002 können die Rassen miteinander angepaart und in einem gemischten Herdbuch aller Galloway-Varianten eingetragen werden.

Galloways im Landschaftsschutz

Seit einigen Jahren werden im Naturschutz vermehrt Galloway-Rinder eingesetzt. Galloways sind eine Rinderrasse, die sich in der ganzjährigen Weidehaltung bewährt hat. Wenn sie trockene Liegeflächen und einen Windschutz haben, brauchen sie keine Stallungen.

Ihre Robustheit versetzt sie in die Lage, sich bei Wind und Wetter in einer offenen Weidelandschaft ganzjährig aufzuhalten. Sie sind anspruchslos. Sie ernähren sich von allem, was sie auf der Weide finden, bis hin zu Gebüschen und Dornen. Das macht die ursprünglich aus Schottland stammenden Galloways zu echten „Robustrindern“und tollen Landschaftspflegern für Naturschutzflächen.

Ihre Genügsamkeit, selbst mit dem absoluten Grundfutter das vom Kunden so begehrte hochwertige Fleisch zu produzieren, hat vielerorts überzeugt, sich im Landschaftsschutz für diese Rasse zu entscheiden.

Ihre Vertrautheit dem Menschen gegenüber ermöglicht auch eine Haltung auf Flächen, die Mensch und Tier sich teilen.

Sie haben Fragen?

Nehmen Sie Kontakt mit unserem Leiter der H-Agrar, Robert Bronner, auf. 

Telefon (+49) 0 83 42 - 96 80 - 11
robert.bronner(at)h-agrar.de